Auszug aus Christine Kaufmann “Körperharmonie”

Warum ich dieses Buch geschrieben habe

(…) „Sehr hübsch, aber kein inneres Feuer. Sind Sie Vegetarierin?“ Das waren die ersten Worte, die Betty Lee Morales, die kalifornische Ernährungspäpstin, an mich richtete.
Ich war damals neunzehn Jahre alt und erwartete mein erstes Kind. Helen, meine Sekretärin und Freundin, hatte mich zu Betty gebracht, nachdem mir mein Frauenarzt auf Klagen über Müdigkeit und Blässe nur mit Tabletten helfen wollte – allerdings mit dem zusätzlichen Hinweis, dass man als Schwangere eigentlich keine Tabletten nehmen solle.
„Das bringen wir schon in Ordnung.“, sagte Helen, und brachte mich, wie gesagt, zu der quicklebendigen und vor Energie sprühenden Betty Lee, die mir dann genau erklärte, wie man auch als Vegetarierin sein für den Körperhaushalt notwendiges Eisen bekommt und mit welchen Zusätzen ich meine Ernährung – und damit auch die meines ungeborenen Kindes – aufwerten könnte.

Als Alex schließlich auf die Welt kam, gab es folgende Bilanz: keine Schwangerschaftsstreifen, Gewicht 52 Kilo (vor der Schwangerschaft waren es 52,5 Kilo gewesen), Milch in Hülle und Fülle – und vor allem ein wunderschönes, gesundes und gar nicht zerquetschtes Baby. Für mich natürlich das schönste auf der Welt!
Probleme allerdings hatten die Krankenschwestern mit meinem neuerworbenen inneren Feuer: Wenige Stunden nach der Geburt ging ich mit gepackten Koffern durch die Flure. Wütend und weinend, weil ich mein Kind nicht im Zimmer fand. Man hatte es – wie damals üblich – weg von der Mutter in einen Säuglingsraum gebracht. Durch eine starke Schlaftablette gebändigt, verbrachte ich doch noch eine Nacht im Krankenhaus und fuhr am nächsten Tag mit meinen Baby heim.

„You are, what you eat“ – „Du bist, was du isst“, hieß damals das Schlagwort der kalifornischen „Gesundheitspäpstin“, deren Ernährungsprinzipien überhaupt nicht weltfern, sondern absolut bodenständig waren. Als ich aber nach einigen Jahren Amerika-Aufenthalt wieder nach Deutschland zurückkehrte, fand ich weder das karge und teure Angebot noch die Krankenhausatmosphäre in den vegetarischen „Speisegaststätten“ akzeptabel. In den entsprechenden amerikanischen „Healthfood“-Restaurants, war das Essen gewesen, was es sein soll: lustbetont und bekömmlich, mit Wein (selbstverständlich ohne Zusätze) und Fleisch (ohne Hormone) usw. In Deutschland gab es nicht einmal mehr das leckere Obst und Gemüse, wie ich es noch aus meiner Kindheit kannte. Meine Erinnerung an die deutschen Sommer verband ich mit dem Geruch warmer Wiesen und dem unendlichen sinnlichen Genuss von Pfirsichen. Der samtigen Haut entledigt, waren Sie so saftig und üppig, dass man sie nicht essen konnte, ohne Hals, Hände, Arme und sogar noch den Pullover zu „beteiligen“. Bei meiner Rückkehr gab es Pfirsiche zwar das ganze Jahr über – aber schmecken taten sie nie.
Schlimmer war es für mich jedoch, dass es in Deutschland keine ganzheitliche Ernährungs- und Gesundheitsberatung gab, wie bei Betty Lee Morales. Man musste tatsächlich warten, bis man krank wurde, um dann zum Arzt zu gehen – alles andere blieb dem Zufall überlassen. Für mich aber war die Beschäftigung mit Aussehen und Gesundheit eine Notwendigkeit. Besonders deshalb, weil ich damals als „nur schön“ galt. Obwohl ich mir selbst nie gefiel, musste ich ganz einfach das pflegen, was es mir möglich machte, Geld zu verdienen. Aber „Schönsein“ als Ziel gab mir nichts. Ich wollte lebendig und vital sein. Also fing ich an, alles an Informationen zu sammeln. Aus meinen langjährigen und persönlichen Erfahrungen ist nun dieses Buch „Körperharmonie“ entstanden. Über den Zusammenhang von Ernährung, Nährstoffen und Körperfunktionen.

Ein Buch, wie ich es selber gern gehabt hätte. Ein Buch zum „Selbstständigsein“. Um zu wissen, warum man trotz vielen Schlafens müde sein kann; um die eigenen Symptome in ihrer Bedeutung zu erkennen und sie beseitigen zu können; um zu sehen, mit welchen Nahrungsmitteln und Nährstoffen die eigenen Mangelerscheinungen behoben werden können, und das auch auf Reisen, und ohne jemals zum Hausarzt laufen zu müssen. (…)

Dieser Beitrag wurde unter Buch, Christine Kaufmann, Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten auf Auszug aus Christine Kaufmann “Körperharmonie”

  1. barbara grüdl sagt:

    liebe frau kaufmann,
    ich lese Sie soooo gerne!!! und körperharmonie war eines der ersten bücher, das ich mir von Ihnen gekauft habe – es ist ein schatz für mich, soviel wissenswertes und hilfreiches. ich bin inspiriert, es wieder zur hand zu nehmen, denn in letzter zeit habe ich mich wohl etwas vernachlässigt…. dieser artikel ist für eine ermunterung, besser auf mich zu achten.
    ich wünsche Ihnen alles gute und schicke meine herzlichsten grüße,
    barbara

    • Christine Kaufmann sagt:

      Liebe Barbara,

      danke für Ihre netten Worte. Schön zu wissen, dass meine Bücher und Worte andere Menschen inspirieren. Ich sende Ihnen herzliche Grüße!

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>