Auszug aus Christine Kaufmann “Verführung zur Lebenslust” No  Comments

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Planen und Widmen

(…) Viele Frauen haben wie ich neben der bezahlten Arbeit noch den Haushalt geführt … In Wien war ich am Theater in Josefstadt engagiert und konnte nebenbei tollkühne hausfrauliche Kunststücke vollbringen. Meine Wohnung war direkt neben dem Theater und so gab ich gelegentlich Einladungen nach der Vorstellung.
Das ermöglichte nur eine gekonnte Zeitverwaltung. Ich lud sechs oder acht Leute ein und bereitete das Essen so vor, dass ich währende der Pause in Kostüm und Maske, mit Krinoline und Hut nur noch den Ofen auf kleine Hitze stellen musste. Den letzen Akt spielen, nach dem Applaus wieder direkt in die Wohnung. Schon direkt im Theater das schöne, kleine Schwarze angezogen und dann die verblüfften Gäste in der Wohnung mit einem viergängigen Menü überrascht.
Man kann sich vorstellen, wie viel Freude einem dann das Kochen und Tischdecken macht.
Timing ist alles, doch weder „gleich“ noch „schnell“ sind dafür gute Partner. Wenn die Zeit knapp ist, spielt das „Bedächtigsein“ eine große Rolle.
Mit den Enkeln habe ich gelernt, dass Mahlzeiten nur dann festlich zu gestalten sind, wenn man die Kinder einbindet.
Da verbindet sich das Planen mit dem Widmen. Seltsamer Weise spüren kleine Kinder den Unterschied und so kann man diese Erfahrung teilen und weiter geben.
Jemandem Zeit widmen ist das schönste Geschenk!
Kreative Prozesse entstehen nicht nebenbei. Sie haben nichts mit Geld zu tun. Sie sind im Alltag möglich. Die Verwaltung der Zeit ist nützlich im besten Sinne. Aber eine Pflicht annehmen, die man nicht will, das ist wie ein Stein im Schuh und macht die schönen Pflichten kaputt.
Selbst eine lästige Pflicht erhält eine gewisse Pracht, wenn sie jemandem gewidmet wird. Das ist viel häufiger möglich als man meint. Kinder hüten ist fast immer eine angenehme Pflicht, doch die anderen hat man scheinbar viel öfter: Bad säubern, Wäsche bügeln, Reinigung abholen. Die tausend Kleinigkeiten sind unser Leben, unsere Augenblicke.
Es ist wichtig sich nicht drängeln zu lassen.
Plötzlich hat man keine Zeit mehr für sich. Alle Tätigkeiten verlieren ihre Kontur. Es vergehen die Augenblicke, die Momente, die Zeit tropft in eine Schale, in der ein Loch ist. Plötzlich ist Ostern, Weihnachten, Menopause und – „Überraschung“ – das Lebensende.
Das ist keine Zeitverwaltung! (…)

Wieder jung

(…) Sobald man sein Bewusstsein ändert und die Zeit verwaltet, stellt sich etwas Erfreuliches ein. Ich empfinde jetzt, als hätte ich schon viele Jahre gelebt und werde dabei durch das intensive Erleben der Alltäglichkeit wieder ganz jung.
Wie Bob Dylan schrieb:
“I was so much older then,
I was so much younger now.”
Diese innerliche Jugendlichkeit kommt nicht von ungefähr. Sie hat eine mysteriöse Logik.
Wenn Wissen richtig verwendet wird, macht es frei. Da Wissen eigentlich nicht geschult wird, hat man zwar Informationen gesammelt, weiß aber nicht, wie man sie zusammensetzt.
Im Laufe der Jahre habe ich gemerkt, wie schädlich Überinformation für unser Selbstwertgefühl ist. Es nützt nichts, sich am Klatsch der anderen zu beteiligen. Mag sein, dass Paris Hilton nicht Einstein ist, aber das macht uns weder klüger, noch freier, noch glücklicher.
Es gibt kein Glück, dass aus Schadenfreude entsteht!
Da ich viel in Ländern und Orten war, wo es die üblichen Medien nicht gab oder sie für mich nicht zu lesen waren, habe ich etwas sehr stark erfahren. Die Zeit vergeht anders, wenn sich die Fokussierung ändert. So war ich wenige Wochen in Ghana, aber empfand, mindestens ein Jahr dort verbracht zu haben. Das liegt am anderen Blick, am kindlichen, offenen Blick.
Dieser offene Blick ergibt sich mit der Abschaffung der Gewohnheiten.
Man darf Gewohnheiten aber nicht mit Ritualen verwechseln.
Im Unterschied liegt, was das Glück betrifft: „Der Hase im Pfeffer.“ (…)

Veranstaltung “Körperharmonie” von und mit Christine Kaufmann am 21.06.12 im Münchener Amerikahaus No  Comments

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Karten ab sofort bestellbar unter 05401 – 83 63 65 oder via Email info@christinekaufmann.eu

-limitierte Teilnehmeranzahl-

Christine Kaufmann Körperharmonie

 

Christine Kaufmann Körperharmonie

Auszug aus Christine Kaufmann “Wellness Care” 2  Comments

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(…) Meine persönliche Schönheitspflege:
Mein Make-Up ist keines im üblichen Sinne. Seit 15 Jahren verwende ich ein System, das Wasser und Seife als Basis hat – eine Idee, die von vielen Kosmetikerinnen verabscheut wird. Meiner Haut hat es gut getan, und obwohl ich die Produkte verschiedener Firmen gemischt habe, ändert sich das Prinzip nicht. Heute verwende ich verständlicherweise nur noch die Produkte meiner eigenen Pflegeserie. Eine sehr gute Seife ist die sogenannte „Savon de Marseille“, sie besteht aus pflanzlichen Ölen. In Frankreich kann man die großen Seifenstücke in jeder Apotheke kaufen. Wenn ich die französische Seife nicht bekam, dann benutze ich die Seifen amerikanischen Firmen, die ihre Produkte mittlerweile auch in Deutschland vertreiben und die mit dem Wasser-Seife-Prinzip arbeiten. Sie bieten ausgezeichnete, sehr exotisch klingende Seifen an, die nur leider wahnsinnig teuer sind, doch jetzt habe ich meine Arganöl Seifen.

Durch jahrelanges Ausprobieren habe ich meine eigenen Schönheits- und Wellness-Rituale entwickelt. Ich beschreibe Ihnen hier, wie ich das klassische Wasser-Seife-Prinzip für mich abgewandelt habe. Keine Kosmetikfirma hat das gern, trotzdem bin ich der Meinung, dass man sich nichts einreden lassen sollte. Finden Sie heraus was für Sie gut ist und mit welchen Pflege-Ritualen Sie sich wohl fühlen.

1. Ich beginne meine Gesichtspflege damit, dass ich Hände, Hals und Gesicht mit einem Öl (z.B. Arganöl Hautöl) einreibe. (Die Augen aussparen und mit einem speziellen Make-up-Entferner reinigen.)

2. Das Waschbecken wird mit heißem Wasser gefüllt, in das ich exakt zwei Tropfen meiner aromatherapeutischen Essenz gebe. Ich benetze die Seife mit Wasser und schäume mein Gesicht damit ein (wie früher die Männer mit der Rasierseife). Bei dieser Gelegenheit mache ich meine kleine Lymphdrainage. Das heißt, ich erledige drei Dinge auf einmal: aromatherapeutische Behandlung, Reinigung und Massage.

3. Das so behandelte Gesicht spüle ich mit dem heißen Wasser ungefähr dreißigmal ab. Diese Erhitzung hat mehrere positive Folgen – deswegen finde ich das System auch so genial.
1) Die Haut wird durchblutet, also entgiftet, und durch die Anregung der Zellteilung erneuert.
2) Die Haut wird auf natürliche Weise gepeelt, sie wird gründlich gereinigt, Pickel können sich öffnen und entfleuchen.

4. Unter kaltem, laufendem Wasser gebe ich mir dann ein paar leichte Ohrfeigen, das strafft das Gewebe. (Bitte tun Sie das nicht, wenn sie zu Äderchen neigen.)

5. Von den meisten Firmen gibt es normalerweise separate Feuchtigkeits- und Fettcremes. Ich benutze stattdessen ein für mich zusammengemischtes Produkt mit für meinen Hauttyp entsprechenden Nährstoffen. Nicht nur im Sommer trage ich zusätzlich einen Sonnenschutz auf.

6. Jetzt kommt das für mich Unerlässliche (es lässt sich einfach durch nichts ersetzen): Statt eines Make-ups verwende ich meine „Schüttellotion“ oder das „Protective Finish“; es strafft die Haut und verfeinert optisch die Poren.

Lassen Sie sich beraten, es gibt hervorragende Produkte. Unter den Augen klopfe ich sanft eine Abdeckcreme auf und gebe über das ganze Gesicht einen Hauch Puder, denn Puder ist das einzige, was die weibliche Haut ab einem gewissen Alter samtig erscheinen lässt. Außerdem liebe ich den Geruch. Die überflüssige Menge kann man mit einer Puderbürste oder einem festen Pinsel abstreichen (in Richtung Ohren). Damit ist die Grundierung fertig. Sie ist Pflege und Make-up zugleich. Ich verwende abschließend gern Puderrouge an der höchsten Stelle meiner Wangenknochen, um sie zu betonen. Die Wimpern tusche ich grundsätzlich mit einer möglichst naturnahen Tusche. Dunkles Make-up um die Augen steht mir nicht. Die kräftigen Braunen machen das auch überflüssig. Meine Lider sind noch halbwegs straff. Ich vermute, es hilft, regelmäßig Augengymnastik (Augenrollen) zu machen. Der Yoga – Löwe ist für die Straffung des Gesichts sehr effektiv, er ist übrigens das einzige, was ich in diesem Bereich für sinnvoll halte. Die Übung lässt einen zwar etwas seltsam aussehen, so dass man sie am besten nicht vor jedem macht, doch der Effekt ist phantastisch. Das Dekolleté und die Kinnlinie lassen sich damit (in Kombination mit der richtigen Schlafweise) sehr lange „körpernah“ halten. (…)

Das Perfekte Promi Dinner auf Vox 9  Comments

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Das Perfekte Promi Dinner Vox

Das Perfekte Promi Dinner Vox

Gestern lief das Perfekte Promi Dinner auf VOX, und ich möchte für jene, die es gesehen haben, etwas Subtext hinzufügen. Wie man unschwer erkennen konnte, hatten wir immens viel Spaß und, ich glaube, wir waren so glücklich, weil wir rein theoretisch überhaupt gar nicht zusammenpassten. Alle Beteiligten verkörperten auf gewisse Weise verschiedene Welten, aber wenn man genau hingeschaut hat, auch wieder nicht.

In meinen nun bald fertigen, neuen Buch „Scheinweltfieber“ beschäftige ich mich auch mit diesem Thema: „Allen Gauklern sind die Gefahren der Scheinwelt bekannt.” Das war wohl der Kern unserer Harmonie. Wir waren ehrlich miteinander.

Eines möchte ich natürlich auch loswerden: Ich bin eigentlich nicht so eine schlechte Köchin, wie es vielleicht den Anschein machte. Es waren zwischen den Kochgängen immer so lange Pausen, dass bei mir alles eingegangen und zerlaufen ist. Ich danke an dieser Stelle Tim Toupet, meinem (adoptierten) Sohn, dass er trotzdem ganz brav alles aufgegessen hat. So schnell erweitert man auch mal seine Familie (im Spaß natürlich). Soweit ich es gehört habe, entstand auch der Eindruck von großem Luxus , was meine Wohnung auf Mallorca betrifft. Ich sage immer, Luxus hat nichts mit Geld zu tun, sondern mit Sorgfalt. Und der Liebe zur Einrichtung. Die Mallorca Wohnung wurde mit viel Liebe eingerichtet und deshalb erstrahlt sie in solchem Glanz. Wann immer ich bei meiner Tochter und ihrem Sohn in Mallorca bin, putze ich und nähe Knöpfe an. Das ist nicht sehr glamourös, aber dennoch befriedigend! Ich selber wohne in München und aus irgendeinem Grund bin ich lieber hier im schönen Bayern.

Ich bin so viel in der Welt umhergezogen, dass für mich der Blick auf die vertrauten Straßen und Parks, die nach meiner Kindheit riechen, der größte, ja der wahre Luxus ist. Mallorca ist gewiss schön, aber in München bin ich Zuhause. Natürlich bin ich dennoch immer gerne auf Mallorca. Das Perfekte Promi Dinner war toll, es macht Spaß, neue Menschen kennenzulernen. Auch Personen, die vermeintlich rein gar nicht zu einem selber passen. Man muss sich auf die Menschen einlassen. Wie man gesehen hat, kann man dann viel Spaß miteinander haben. Mit dem dritten Platz bin ich zufrieden. Es ist ja alles – im wahrsten Sinne des Wortes – Geschmackssache.

Eine schöne Woche, Ihre  Christine Kaufmann

 

 

Auszug aus Christine Kaufmann “Körperharmonie” 2  Comments

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Warum ich dieses Buch geschrieben habe

(…) „Sehr hübsch, aber kein inneres Feuer. Sind Sie Vegetarierin?“ Das waren die ersten Worte, die Betty Lee Morales, die kalifornische Ernährungspäpstin, an mich richtete.
Ich war damals neunzehn Jahre alt und erwartete mein erstes Kind. Helen, meine Sekretärin und Freundin, hatte mich zu Betty gebracht, nachdem mir mein Frauenarzt auf Klagen über Müdigkeit und Blässe nur mit Tabletten helfen wollte – allerdings mit dem zusätzlichen Hinweis, dass man als Schwangere eigentlich keine Tabletten nehmen solle.
„Das bringen wir schon in Ordnung.“, sagte Helen, und brachte mich, wie gesagt, zu der quicklebendigen und vor Energie sprühenden Betty Lee, die mir dann genau erklärte, wie man auch als Vegetarierin sein für den Körperhaushalt notwendiges Eisen bekommt und mit welchen Zusätzen ich meine Ernährung – und damit auch die meines ungeborenen Kindes – aufwerten könnte.

Als Alex schließlich auf die Welt kam, gab es folgende Bilanz: keine Schwangerschaftsstreifen, Gewicht 52 Kilo (vor der Schwangerschaft waren es 52,5 Kilo gewesen), Milch in Hülle und Fülle – und vor allem ein wunderschönes, gesundes und gar nicht zerquetschtes Baby. Für mich natürlich das schönste auf der Welt!
Probleme allerdings hatten die Krankenschwestern mit meinem neuerworbenen inneren Feuer: Wenige Stunden nach der Geburt ging ich mit gepackten Koffern durch die Flure. Wütend und weinend, weil ich mein Kind nicht im Zimmer fand. Man hatte es – wie damals üblich – weg von der Mutter in einen Säuglingsraum gebracht. Durch eine starke Schlaftablette gebändigt, verbrachte ich doch noch eine Nacht im Krankenhaus und fuhr am nächsten Tag mit meinen Baby heim.

„You are, what you eat“ – „Du bist, was du isst“, hieß damals das Schlagwort der kalifornischen „Gesundheitspäpstin“, deren Ernährungsprinzipien überhaupt nicht weltfern, sondern absolut bodenständig waren. Als ich aber nach einigen Jahren Amerika-Aufenthalt wieder nach Deutschland zurückkehrte, fand ich weder das karge und teure Angebot noch die Krankenhausatmosphäre in den vegetarischen „Speisegaststätten“ akzeptabel. In den entsprechenden amerikanischen „Healthfood“-Restaurants, war das Essen gewesen, was es sein soll: lustbetont und bekömmlich, mit Wein (selbstverständlich ohne Zusätze) und Fleisch (ohne Hormone) usw. In Deutschland gab es nicht einmal mehr das leckere Obst und Gemüse, wie ich es noch aus meiner Kindheit kannte. Meine Erinnerung an die deutschen Sommer verband ich mit dem Geruch warmer Wiesen und dem unendlichen sinnlichen Genuss von Pfirsichen. Der samtigen Haut entledigt, waren Sie so saftig und üppig, dass man sie nicht essen konnte, ohne Hals, Hände, Arme und sogar noch den Pullover zu „beteiligen“. Bei meiner Rückkehr gab es Pfirsiche zwar das ganze Jahr über – aber schmecken taten sie nie.
Schlimmer war es für mich jedoch, dass es in Deutschland keine ganzheitliche Ernährungs- und Gesundheitsberatung gab, wie bei Betty Lee Morales. Man musste tatsächlich warten, bis man krank wurde, um dann zum Arzt zu gehen – alles andere blieb dem Zufall überlassen. Für mich aber war die Beschäftigung mit Aussehen und Gesundheit eine Notwendigkeit. Besonders deshalb, weil ich damals als „nur schön“ galt. Obwohl ich mir selbst nie gefiel, musste ich ganz einfach das pflegen, was es mir möglich machte, Geld zu verdienen. Aber „Schönsein“ als Ziel gab mir nichts. Ich wollte lebendig und vital sein. Also fing ich an, alles an Informationen zu sammeln. Aus meinen langjährigen und persönlichen Erfahrungen ist nun dieses Buch „Körperharmonie“ entstanden. Über den Zusammenhang von Ernährung, Nährstoffen und Körperfunktionen.

Ein Buch, wie ich es selber gern gehabt hätte. Ein Buch zum „Selbstständigsein“. Um zu wissen, warum man trotz vielen Schlafens müde sein kann; um die eigenen Symptome in ihrer Bedeutung zu erkennen und sie beseitigen zu können; um zu sehen, mit welchen Nahrungsmitteln und Nährstoffen die eigenen Mangelerscheinungen behoben werden können, und das auch auf Reisen, und ohne jemals zum Hausarzt laufen zu müssen. (…)

Auszug aus Christine Kaufmann “Normal müsste man sein” No  Comments

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Hollywood

(…) Joe, Tonys Sekretär, und ich wurden sehr schnell Freunde. Er war ein großer schlanker Mann mit irischen Farben und einer lustig operierten Nase.
Mit ihm war ich in gewisser Weise intimer als mit meinem Mann. Ebenso intim, wie man nur mit Menschen sein kann, zu denen kein sexuelles Verhältnis besteht.
Joe kümmerte sich um alles. Wir teilten die Liebe für Innenarchitektur und die Abneigung gegen die Innenarchitektin, die das erste gemeinsame Haus von Tony und mir einrichtete. Sie mochte grau, schwarz und weiß; ich gelb, braun und eierschalenfarben. Das Wohnzimmer wurde gelb, das Schlafzimmer beige und blau und dazwischen viele schöne Antiquitäten in warmem, naturbraunem Holz. Joe und ich hatten uns durchgesetzt.

Das Haus lag am Coldwater Canyon, einer der breiten grünen Straßen, die im Sommer Schatten spenden und vor Smog schützen. Es bestand aus mehreren relativ kleinen Zimmern und war eher gemütlich als prachtvoll. Die große Qualität des Hauses war seine Lage, denn hinter dem Haus war ein Süßwasserreservoir. Dahinter wilde, gelbe Hügel, in denen sich sogar Rehe tummelten. Manchmal, wenn man Glück hatte, wagten Sie sich in der Abenddämmerung ganz nah ans Haus und fraßen irgendwelche zarten Triebe. Stinktiere gab es auch, die gibt es überall in Kalifornien. Man bekommt Sie allerdings nie zu sehen, dafür bleibt der Geruch haften.

Kurz nach unserer Hochzeit flogen wir nach London, wo ich einen Crashkurs für Russisch machte, denn Tony war zum Filmfestival in Moskau eingeladen.
Hier hatte ich ein nettes Erlebnis: Danny Kaye, Tony und ich standen auf einer Treppe, eine Frau raste mit funkelnden Augen, die beiden berühmten Männer nicht beachtend, auf mich zu. Meine Verwunderung legte sich, als Sie fragte: „Audrräi Chäpurrn?“
„Njet, leider nicht.“
Verdrossen, in mir nur ein Imitat zu finden, ließ sie mich stehen und zog von dannen.
Im Hotelzimmer erlebten Tony und ich den ersten Härtetest unserer Ehe: Das Bett hatte eine Kuhle, in der wir unweigerlich im Schlaf um Platz kämpften. Wir blieben beide höflich.
Außerdem war Tony eifersüchtig, weil die Sowjets mir so oft die Hand küssten. Nach dieser Reise wusste er aber, dass es nie Anlass zur Eifersucht gab, weil ich auf Flirtversuche gar nicht reagierte und er und Joe die einzigen Männer unter 70 waren, die zu meiner Innenwelt vordrangen.

Während meines Russlandaufenthalts hatte ein Perser uns bei einer Filmvorführung ins Ohr geraunt: „Persischer Kaviar ist besser als russischer. Ich beweise es Ihnen.“
Der Beweis waren zig Kilo Kaviar, die bei unserer Rückkehr nach L.A. ins Haus geschickt wurden.

Ich gab mein erstes großes Fest. (Ich sage das nicht egomanisch, sondern weil die Feste und Abendessen ausschließlich von mir geplant und dekoriert wurden.)
Es hatte sich herausgestellt, dass ich sehr gerne und gut koche. Wenige Jahre später waren die Essen bei den „Curtisses“ eine Art gesellschaftlicher Glanzpunkt; sogar „Woman’s Wear Daily“ berichtete darüber.
Mein Gedächtnis ist zu schlecht und Joe leider schon tot, aber die Namen aus unserer Gästelisten waren oft wie ein „Who is who?“ in Hollywood.

Billy Wilder war auch auf diesem Fest mit seiner ersten Frau, die wie ein lebendig gewordenes van-Dongen-Porträt aussah. Er macht mir die Komplimente, über die ich mich am meisten freute: Ich hätte hübsche Beine, würde aber immer rumlaufen, als wollte ich mich verstecken. Einige Jahre später sagte er mir, ich sie intelligent, worauf ein kritischer Freund trocken und treffend meinte: „Das stimmt, aber sie macht nichts damit.“ (…)

Der Sex-Appeal der schönsten Großmutter Deutschlands No  Comments

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Christine Kaufmann gilt als die schönste Großmutter Deutschlands

Christine Kaufmann gilt als die schönste Großmutter Deutschlands

In meinem Buch „In Schönheit altern“ ist eine erotische Kurzgeschichte, bzw. eine Geschichte enthalten, die ein Erlebnis von mir beschreibt, welches wohl als erotisch zu werten ist.

Wann immer ich genau diese Geschichte vorlas, wurde das Buch gekauft. Ich empfand diese Geschichte eigentlich als harmlos, weil ja rein gar nichts passiert, aber gerade darin liegt wohl die Spannung. Was ich in diesem Buch beschrieb und was ich auch sehr stark empfinde, ist der Wandel von dem, das in der Jugend erotisch ist und im Alter nicht mehr. Aber da ist ja schon wieder das böse Wort „Alter“. Was ist es eigentlich? Ich bin gerne älter, aber noch nicht alt! Ich bin älter, fühle mich jung und unternehmungslustig, trotzdem gipfelt es nicht in der sexuellen Lust, sondern in der einfachen Lust auf´s Leben!

Schon seit ich vierzig bin ist Lebenslust ein Thema. Ich war schon mit vierzig Großmutter. In der Bild-Zeitung war das eine Schlagzeile. Christine Kaufmann wird Omi! Ha! Da haben sich viele erschrocken , denn wenn ich schon Omi bin, wie alt sind die anderen dann?! Eine Kollegin sagte mir während einem Gespräch über Enkel „Ich bin aber keine Großmutter.“ Mir fiel sofort die Antwort ein: „Das macht Dich aber nicht jünger.“

Es gibt eben nirgendwo so große Unterschiede als in der Art älter zu werden. Da zeigt sich die Einstellung, die Art, die Zeit zu nutzen und die Wertung der Zeit. Seit ich mit meinem Theaterstück in Düsseldorf fertig bin, habe ich viel gearbeitet. Sendungen, aber auch ein paar Tage Wellness mit Gewicht auf Akupressur und Chi Arbeit. Ich war in Tirol im Tannheimer Tal, im Hotel „Jungbrunn“. Es ist so wunderschön dort. Ich konnte da tun, was ich sonst nie mache, nämlich nur überlegen, was ich sonst noch für mich tun kann! Da habe ich Fitness-Maschinen wieder entdeckt. Krafttraining ist doch gar nicht übel. Vor allem nach einer erschöpfenden Arbeit.

Nun nochmal zurück zu Eros. Da Sex nicht mehr so wichtig ist, wird alles andere noch schöner. Spaziergänge, Wolken beobachten, den Frühling riechen, kochen, dem Enkelkind vorlesen. Es gibt so vieles, was die Lebenslust erhöht. Das ist für mich auch mein Ritual. Zweimal täglich. Wie Zähne putzen. Auch bin ich wieder sehr viel in speziellen Duft-Bars gewesen. Ich habe wieder einmal entdeckt, was Düfte bewirken. Meinem Enkel zu erklären, woher die Pflanzen kommen. Das macht alles Spaß und erhöht die Lebenslust und bringt mir viel mehr als „sexy“ zu sein. Wie schon erwähnt: Ab einem gewissen Alter ist „Love Appeal“ viel wichtiger als „Sex Appeal“.

In diesem Sinne: Genießen Sie die schönen Seiten des Lebens!

Christine Kaufmann

 

 

Auszug aus Christine Kaufmann “In Schönheit altern – Eros, Weisheit und Humor” 3  Comments

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Identität – Die Notwendigkeit eines neuen Selbstbildnisses

(…) Als ältere Frau, die als junges Mädchen in den 50-ern das Privileg hatte, mit vielen Göttinnen zu arbeiten – oder sie zumindest hautnah zu erleben – ist die damalige Wirklichkeit abrufbar.
Ich erinnere mich genau an die Erotik Ava Gardners, Michele Morgans, Anouk Aimees, Silvana Manganos oder Winnie Markus‘.
Als jüngeres Mädchen war für mich die ältere Frau eine gut riechende Göttin, die es nicht nötig hatte, sich mit einer pausbackigen Jugendlichen zu messen. Sie war so gekleidet, dass man höchstens wenn sie sich setzte etwas Spitzenbesetztes unter dem Kleid hervor blitzen sah. Sie sprachen mit schönen, kultivierten Stimmen. Klatsch war verpönt, Bildung wichtig. Vor allem ihre Haltung zu sich, das Mysterium der Erfahrung und die daraus entstehende Spannung erschien mir elementar.
Spannung, nicht Anspannung.
Ganz im Gegensatz zu den „Sex and the City“ – Frauen. Die Fernsehserie soll vom Modeunternehmen “Victoria’s Secret“ konzipiert worden sein, um die Prüderie Amerikas zu minimieren und damit die Schamgrenze beim Einkauf in einem Unterwäschegeschäft zu senken.
Diese Sendungen sind eine Art Sex-Stimulations-Shopping-Neuroseauslöser gewesen. Kohorten von Frauen haben ihre Kreditkarten erst zum blühen und dann zum Explodieren gebracht.
Im Gegensatz zu dieser Form der Weiblichkeit ist die Erotik der Frauen aus den 50-ern in mir wie auf einer Festplatte gespeichert. Es gab einmal andere Frauen! Daher weiß ich auch um das Problem der jetzigen Zeit.
Traditionell entwickelte die ältere Frau ihre Attraktivität aus der Erfahrung, die sie ausstrahlte.
Die Geheimnisse Ihres Wissen verliehen ihr eine Art Patina. Sie war diejenige, die den jungen Männern die Kultur der Liebe beibrachte. „ Education sentimental“ – das Erobern, Verführen, Einweisen, der Schmerz des Verlassenwerdens und die Stärke, die daraus entsteht. Die Erfahrung, dass Liebe zwar zu spüren ist, aber nie wirklich greifbar wird. Heimliche Blicke, unausgesprochene Verabredungen, zerwühlte Bettlaken, der Duft der Verführerin an den Händen.
Das Einzigartige der Begegnung wird schwer über ein Video zu lernen sein. Denn die lässt sich nicht einfach vor – oder zurückspulen.
Die erfahrene, ältere Frau, die sich nicht als pseudojung verkauft, ist fast ausgestorben. Sie war das Gegengewicht zu dem schönen, jungen, errötenden Mädchen, das mit Schamgefühl und Verliebtheit für den Mann schwärmte, dem sie sich nach langem Hin und Her schenkte. Möglichst erst nach der Hochzeit.
Aha! Sie sehen worauf ich hinaus will… Da es diese jungen Mädchen fast nicht mehr gibt, ist auch die ältere erotische Frau verloren gegangen. Zumindest scheint es so.
Begibt man sich auf das Terrain des erotischen Erlebens, so gibt es dort ein großes, unberührtes Areal, indem es sich neu zu positionieren gilt.
Beziehungsweise kann eine Archäologin der erotischen Lebensart wichtige und schöne Möglichkeiten wieder aufdecken, indem sie sich dem „scheinjungen“ Äußerlichen zu entziehen versucht.
Ich glaube, eine der Qualitäten der älteren Frau ist es, zuhören zu können. Die geschenkte Aufmerksamkeit ist auf jeden Fall auf gewisse Weise verführerisch. Die Frau zu sein, die souverän und gut gelaunt ist, kann ein ziemlich hoch gestecktes Ziel sein.
Ich habe viele Gespräche geführt und eigene Erfahrungen zu diesem Thema gesammelt. Um richtig zuzuhören, muss man entspannt sein. Beim Zuhören öffnen sich neue Welten. Immer wieder entdeckte ich begeistert, welch wunderbare Bilder durch Worte entstehen, wenn man dem Gegenüber die Möglichkeit gibt, zu erzählen.
Das Zuhören ist für mich ein Merkmal der älteren Schönheit. Aber lassen Sie sich nicht überfordern, denn das macht krank, alt und hässlich.
Das Gespräch der jüngeren und älteren Frauen über die Wandlung des Zeitgeistes lässt neue Gedanken entstehen. Zu behaupten, früher sei alles besser gewesen, ist nicht produktiv. Erotischer war’s und das macht den Unterschied, der sich vermitteln lässt. (…)

Gedanken zum Attentat von Oslo No  Comments

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Attentat in Oslo

Attentat in Oslo

Die Welt schaut nach Norwegen und eine große Tragödie. Auch mich hat das Norwegenmassaker gebannt und die Berichterstattung irritiert.Ich bin noch immer zutiefst bestürzt und geschockt, wie jemand zu so etwas fähig ist.Ich hinterfrage aber auch, warum die Tatsache, der zum Teil nach außen explodierten Fenster (bei seinem Bombenanschlag) keine wirklichen Fragen provoziert haben. Das war ein Grund für eine totale Irritation, bei mir und auch bei anderen. Wenn eine Bombe explodiert, müssten die Scherben der Fenster durch die Druckwelle nach innen gedrückt werden, nicht nach außen. Ich empfehle Interviews mit Rauni Luukanen Kilde auf „Redice Radio“ anzuhören. Allerdings muss man dafür sehr gute Englischkenntnisse haben. Zudem frage ich mich, wie es möglich ist, dass die Polizei auf Anrufe von der Insel Utøya sagte, sie wäre dafür nicht zuständig. „Pannen“ soweit das Auge reicht. Noch eine letzte Tatsache, die verschwiegen wird: Breivik war, wie viele Amokläufer der modernen Zeit ebenfalls, auf Psychopharmaka. Das verschwindet in der Berichterstattung. Ich weiß aus nächster Nähe, dass die Verabreichung von diesen Medikamenten mehr Unheil anrichten, als dass sie lindern können. Nun gut, ich selber nehme ja nicht einmal Aspirin. Die Geschichte meines Misstrauens gegen jede neue Chemie hat tiefe und lange Wurzeln.

Was den Täter von Oslo betrifft und die ganze Abfolge, wie sie von der Medienwelt vermittelt wird, diese scheint mir mehr als lückenhaft. Immer mehr habe ich den Eindruck, die Nachrichten werden aufbereitet, nicht nach der Wahrheit, sondern auf einen verborgenen Zweck. Es ist Manipulation. Allerdings wird das Gewicht auf Narzissmus gelegt. Breiviks Leben ist eine Kettenreaktion an dessen Ende in der Tat ein zerstörungswütiger Narzisst steht. Aus meiner Sicht ist das ein Ergebnis, das sehr wohl für kranke Normalität steht. „Happy Pills“ mit Mordfolge. Da müssten doch längst diese Medikamente vom Markt genommen werden! Aber, wie nennt man das Ganze? Vielleicht Petrochemische Diktatur?

Seit ich achtzehn Jahre alt bin, beobachte ich, damals als „Öko-Mietze“ verschrien oder verlacht, wie das chemische Gleichgewicht der Bevölkerung willkürlich manipuliert wird. Als Ehefrau eines Stars konnte ich mir leisten, nur „organische“ Waren zu kaufen. Damals fuhr mich meine Sekretärin in Los Angeles zu einem Öko-Supermarkt zum einkaufen. Die Vorteile von guter Nahrung waren schon damals kein Geheimnis. Für mich ist also nicht nur Kosmetik ein Thema. Vor allem Wasser, Luft und Nahrung – das hat mich alles schon immer beschäftigt. Und jetzt noch mehr. Daher bitte ich meine BLOG Freunde sich im Internet die Bürgerinitiative www.sauberer-himmel.de anzusehen.

Da ich in einer Scheinwelt aufgewachsen bin, und darin auch immer Teile meines Lebens verbracht habe, ist das Bürgerliche mein höchstes Gut. Nur mit einer intakten Bürgerschicht kann man sich gegen alle möglichen Exzesse schützen. Daher ist der Kampf gegen die Verschmutzung des Himmels, wie gegen die Verschmutzung des Wassers und der Nahrung nichts anderes als die Erfüllung bürgerlicher Pflichten. Längst hat sich das Märchen vom Körnerfresser erledigt. So wurde ich früher bezeichnet, wenn ich vom Umweltschutz sprach! Das ist vorbei, als gestandene Großmutter muss ich mir so was nicht mehr anhören. Jetzt behaupten viele, ich würde mich nur mit Schönheit beschäftigen. Mit Schönheit schon, aber natürlich auch mit der Kostbarkeit unseres wunderschönen Planeten, den Idioten immer wieder mit ihren Kriegen und ihrer Gier kaputt machen wollen. Zerstörung ist die Kreativität der Idioten. Ich kenne niemanden persönlich, der so veranlagt ist. Daher mein Aufruf: Sich pflegen, ja, aber auch und vor allem unseren Planeten. Er ist unser Zuhause. Wir müssen ihn schützen. Und wir müssen uns schützen. Vor Menschen wie Breivik.

Christine Kaufmann

 

Auszug aus Christine Kaufmann “Lebenslust – Die Pflege der erwachsenen Schönheit” No  Comments

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Schönheitsprobleme und ihre möglichen Ursachen

(…) Vielleicht waren Sie gestern Abend ein ganz braves Mädchen: haben keinen Alkohol getrunken, nicht zu viel geraucht, nicht zu spät gegessen, sind früh – und alleine – zu Bett gegangen und haben sich richtig ausgeschlafen.
Und heute früh?
Schaut Sie im Badezimmerspiegel eine Person an, die aussieht, als habe sie die Nacht unter Brücken verbracht: verquollene Augen, schaurige Tränensäcke, schlaffe, fahle Haut. Und Mundgeruch. Wie konnte das geschehen?
Im Geiste gehen Sie Ihr übliches kleines Sündenregister durch und sind sich keiner Schuld bewusst.
Doch halt! Plötzlich fällt Ihnen Ihre neue, überaus kostspielige Nachtcreme wieder ein. Ob die etwa…
Und sofort rennen Sie zu Ihrer Kosmetikhandlung, um sich ein anderes Pflegepräparat empfehlen zu lassen. Wo doch die Nachtcreme von gestern Abend ganz offensichtlich für Ihr schlechtes Aussehen verantwortlich ist.
„Schlechtes Aussehen“ kann jedoch ganz andere Ursachen haben. Vielleicht haben Sie sich auf Ihrer letzen Ferienreise (die vor lauter Alltagsstress schon fast wieder vergessen ist) eine Störung der Darmflora zugezogen – und die macht sich nun als plötzliche Allergie gegen bestimmte Nahrungsmittel bemerkbar.
„Richtig krank“ sind Sie nicht.
Aber Ihre Befindlichkeit ist gestört. (Und dabei kann es sich durchaus um die Vorstufe einer Krankheit handeln.)
Nachdem die neue Nachtcreme das Wunder verweigert, das Sie fälschlicher Weise von ihr verlangen, werden Sie Ihre Kosmetikerin aufsuchen oder Ihren Arzt.
Eine Enttäuschung ist Ihnen sicher.
Solange Sie nicht in etwa selber wissen, welche Faktoren – einzeln oder in Kombination miteinander – für die plötzliche Veränderung Ihres äußeren Erscheinungsbildes und das Nachlassen Ihrer Attraktivität verantwortlich sein könnten, werden „Fachleute“ erst recht lange Zeit im Dunkeln tappen.
Verzagen Sie nicht. Sie sind auf dem richtigen Weg. Denn wenigstens ist Ihnen aufgefallen, dass Sie schlecht aussehen, und Sie haben der Versuchung widerstanden, alles mit Schminke zuzukleistern. Sie haben gut daran getan, die Signale Ihres Körpers wahrzunehmen – auch wenn es sich „nur“ um ein Schönheitsproblem zu handeln scheint.

Gehen Sie noch einen Schritt weiter.
Ich empfehle Ihnen, einige Zeit über alles – und zwar wirklich alles – Buch zu führen, was Sie im weitesten Sinne des Wortes „zu sich nehmen“.
Tragen Sie alles täglich mindestens zwei Wochen lang – besser noch vier, um auch die monatliche Schwankungen Ihres Hormonhaushaltes einbeziehen zu können – ein, und das Ergebnis wird aussagekräftiger sein als die sorgfältigste Routineuntersuchung Ihres Hausarztes.
(Ich habe mit dieser Methode zum Beispiel schnell herausgefunden, dass ich unter einer Weizenallergie leide und auch bestimmte Weinsorten schlecht vertrage.)

Tagebuch
Ihre Eintragung sollten Sie wie folgt rubrizieren:

Nahrungsmittel:
Notieren Sie selbst solche Speisen und Getränke, die Sie für „garantiert verträglich“ halten; zum Beispiel die Marke Ihres Mineralwassers und des Kaffees, den Sie trinken; Käsesorten etc. Vergessen Sie auch Genussmittel nicht.

Schauplätze:
Notieren Sie Räumlichkeiten, in denen Sie sich aufhalten. Wundern Sie sich nicht: Auch Teppiche und andere Heimtextilien, Lichtverhältnisse und Farben können Ihre Befindlichkeit negativ beeinflussen.

Reinigungsmittel:
Putzmittel sind allzu häufig für das Entstehen von Allergien verschiedenster Art verantwortlich.

Textilien:
Kleidung vermag sich ebenfalls auf Ihr Wohlbefinden auszuwirken. Mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen reichen von Juckreiz bis Atemnot.

Arzneimittel:
Medikamente: Notieren Sie sich jede „harmlose“ Halstablette. Selbst Vitamine sind Medikamente und können im Übermaß schädlich sein.

Pflegeprodukte:
Kosmetische Produkte: Seife, Zahnpasta, Puder, Wimperntusche. Vergessen Sie wirklich nichts. Alle diese Artikel können unter Umständen Allergien verursachen.

Notieren Sie sich am nächsten Morgen genau, wie Sie sich fühlen und wie Sie aussehen.
Im Laufe der Zeit entsteht auf diese Weise Ihr individuelles „Verträglichkeitsmuster“.
Nehmen Sie Ihre Eintragungen ernst, aber vergessen Sie nicht, dass das Leben nicht nur aus Selbstbeobachtung besteht. (…)