Auszug aus Christine Kaufmann” Lebenslust – Die Pflege der erwachsenen Schönheit” One  Comment

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Liebeserklärung an die Vielfalt

Spieglein Spieglein

Spieglein Spieglein

(…) Francesco Scavullo, ein berühmter New Yorker Modefotograf, brachte in den siebziger Jahren ein großes Porträtbuch heraus, in dem er etwa ein Dutzend Frauen – „berühmte“ oder zu „schicken Kreisen“ gehörende – zeigte und die Fotos mit den Ansichten dieser Frauen über das Thema „Schönheit“ kombinierte.
Der Großteil von ihnen, und dieses Muster ließe sich bei „normalen“, nicht prominenten Frauen aufzeichnen, beschrieb als „schön“ Geschlechtsgenossinnen, denen sie auffallend ähnelten. Ein leicht zu durchschauender Versuch, die „gefährlichen Klippen“ des Narzissmus zu umschiffen.
Warum haben die nicht einfach gesagt: „Ich bin die Schönste im ganzen Land“- und damit basta? Es wäre wenigstens ehrlich gewesen. Solange man nicht imstande ist, etwas anderes als das schön zu finden, was einem in etwa entspricht, solange ist man noch keineswegs erwachsen und geht realistisch selbstbewusst mit sich um.

Die heimliche Verteidigung der eigenen Schönheit – letztlich nichts anderes als verdeckte Eitelkeit – ist das unmittelbare Ergebnis unseres kulturell bedingten Schicklichkeitsempfindens, das die Herausbildung eines gesunden Selbstwertgefühls behindert. In Ländern, in denen dieses Schicksalsempfinden anders gestaltet ist als in unseren Breiten, verhalten sich Frauen selbst und ihren Geschlechtsgenossinnen gegenüber ganz anders. Dies gilt natürlich auch für Männer.
In den Sprichwörtern, im Volksmund, offenbart sich die Nationalseele.
Auch was Attraktivität angeht und das Spektrum dessen, was alles als attraktiv empfunden wird: Der Spielraum der Vielfalt.

In dem französischen Begriff „la belle laide“ zum Beispiel tut sich eine ganze Welt von Freiheit auf. Die „schön Hässliche“: im Märchensinne ist die nicht „hübsch“. Na und? Sie „hat etwas“, und dadurch wird sie schön.
Dieser Begriff ist nicht auf die „Schöne“ ohne Fehl und Tadel gemünzt, sondern auf die mit der erotischen Ausstrahlung – gleichgültig, wie ihre Nase geformt, ihr Mund geschwungen sein mag. In diesem Begriff spiegelt sich die Liebe zur Vielfalt wider, die tief in der französischen Seele verwurzelt ist.
Kennen Sie einen vergleichbaren Ausdruck im Deutschen? Oder im Englischen?
Das Bekenntnis, das ein ganzer Kulturkreis zur Vielfalt, zur Mannigfaltigkeit ablegt, hinterlässt natürlich seine Spuren im Individuum, stärkt sein Selbstvertrauen. Vielleicht fällt es der Französin deshalb so viel leichter als der Deutschen beispielsweise, einer anderen Frau ernstgemeinte Komplimente zu machen?
Das Wissen darum, dass Attraktivität in ihrer ganz eigenen, unverwechselbaren Art wahrgenommen und erkannt wird, lässt die Beschäftigung mit dem Spiegel an der Wand („Wer ist die Schönste im ganzen Land?“) nebensächlicher werden, rückt die andere Frau ein Stückchen weiter weg, sodass sie ihre Bedrohlichkeit verliert. Und damit objektiv betrachtet – und als schön empfunden werden kann. (…)

Minze – der Frischekick für den Sommer No  Comments

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Minze

Minze

Mein persönlicher Beautytipp für den Sommer ist Minze. Man findet diese Pflanze in den verschiedensten Varianten. Ob als Öl, Tee, Parfum, Zahnpasta oder in verschiedensten Kosmetika. Minze ist ein wahres Allroundtalent.

Es wirkt abwehrstärkend, durchblutungsfördernd, entzündungshemmend, hilft gegen Übelkeit und hat eine kühlende Wirkung. Dadurch kann es bei allergische Reaktionen und Insektenstichen, Schwellungen und Gliederschmerzen, sowie bei Erkältung und Grippe wahre Wunder wirken.

In meiner Kosmetikserie finden Sie Minze zum Beispiel in der Arganöl Pflegeseife Minze und Zitronengras“ und vor allem in der Minze Body Butter.
Die Minze Körpercreme verwöhnt Ihre Haut mit ausgewählten Inhaltsstoffen wie Shea Butter, Squalan, Vitamin E und Avocadoöl. Bei trockener Haut spendet Sie intensive Feuchtigkeit und schenkt Ihnen seidig weiche Haut. Das ist ideal für den Sommer, wenn die Kleidung nicht mehr die manchmal fischschuppenartigen Hautstellen bedeckt.

Besonders liebe ich ja den Minzeduft! Er erfrischt die Sinne und zaubert sofort einen Hauch Sommer ins Gesicht, wodurch die Mint Body Butter zu einem echten Verwöhnerlebnis wird!

Im Folgenden finden Sie noch ein paar hilfreiche Tipps und Rezepte rund ums Thema „Minze“:

Pfefferminze gegen Migräne:

Stellen Sie aus etwa fünf Gramm zerriebenen Pfefferminzblättern, vermengt mit etwa hundert Gramm siebzigprozentigen Alkohol einen Sud zusammen. Diesen lassen Sie etwa vier bis sechs Wochen an einem warmen Platz (zum Beispiel auf der Fensterbank zur Sonnenseite) ziehen. Gießen Sie dann die Tinktur durch ein Sieb und reiben Sie sich bei Kopfschmerzen sanft die Schläfen damit ein. Sie werden den kühlenden und schmerzstillenden Effekt nach kurzer Zeit merken.

Pfefferminzhaarkur:

Gönnen Sie auch Ihren Haaren das wohltuende Erlebnis mit einem wirksamen Tonikum gegen Schuppen. Kochen Sie hierzu etwa eine Tasse Obstessig mit zwei Tassen Wasser auf und lassen Sie eine Handvoll Pfefferminze etwa zehn Minuten darin köcheln. Massieren Sie sich hiermit täglich die Kopfhaut sanft ein. Für eine zusätzlich intensive Pflege massieren Sie einige Tropfen meines Arganöl Hautöls in die Haarspitzen ein und lassen Sie dies einige Minuten einwirken.

Minze-Cocktail Ipanema (alkoholfrei):

An heißen Sommertagen kann ein kühler und erfrischender Durstlöscher neue Kraft geben:

Zutaten: 1 Limette, 3-4 Blätter frische Minze, 2 Teelöffel Rohrzucker, 60 ml Ginger Ale

Schneiden Sie die Limette in kleine Stücke und geben Sie diese zusammen mit dem Rohrzucker (möglichst fein gemahlenen verwenden) in ein Cocktailglas. Zerdrücken Sie beides mit einem Stößel und fügen drei Esslöffel zerstoßenes Eis und Ginger Ale hinzu. Danach kräftig umrühren und mit einem kurzen Trinkhalm genießen.

Auszug aus Christine Kaufmann – Beauty Guide No  Comments

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Haar- und Nagelpflege

Haar- und Nagelpflege

Kopfhaare

Gut

  • Tücher, Sonnenhüte gegen Klimastress wie Sonne, Wind und Salz
  • Sonnenschutz für die Haare (als Öl oder Ölspray)
  • Gute Kämme und Bürsten mit glatten Haare

Waschen

  • Lauwarmes Wasser zum Anfeuchten und Ausspülen
  • Etwas Shampoo in der Handfläche mit Wasser „anrühren“, kein Shampoo direkt ins Haar geben (zu viel des Guten)
  • Sehr, sehr gründlich ausspülen, weil sonst ein Grauschleier von der Kalkseife (Tenside plus hartes Wasser) zurückbleiben kann.
  • Ein Aspirin in lauwarmen Wasser aufgelöst ist eine ideale letzte Spülung für mattes, feines Haare

Stylen

  • Die frisch gewaschenen Haare im Handtuch gut ausdrücken –klitschnasse Haare föhnen macht die Arme müde
  • Das nasse Haar mit breitzinkigem Kamm von den Spitzen zum Ansatz hin auskämmen
  • Die Haare an der Luft trocknen (geht am besten bei dickem Haar bei Naturwelle)
  • Den Föhn immer auf mittlerer Stufe stellen und vom Ansatz zu den Spitzen hin führen  – dem Haarwuchs entsprechend.
  • Wilde Locken lassen sich besonders preiswert mit Allzweckcreme (z.B. Nivea) bändigen, weil sie fast nur aus Wasser besteht.

Schlecht

  • Stress und Hektik mag ihr Haar nicht. Falsche Ernährung mit einem Mangel an Vitaminen und Mineralien auch nicht. Es reagiert darauf genauso negativ wie ihr gesamter Organismus. Allerdings merkt man das dem Haar erst rund 4-6 Wochen später an, weil es dann aus der Haut heraustritt und für uns sichtbar wird.
  • Das schmeckt dem Haar:  Schon ein Apfel täglich kann viel für ihr Haare tun. Es dürfen aber auch Kiwi, Zitrone, Pampelmuse oder Orange sein. Denn das darin enthaltene Vitamin C gehört zu einem der wichtigsten Bausteine für gesundes Haar. Außerdem empfehlenswert: Sojalecithin (Reformhaus), das für genau das richtige Cholesterin zur Stärkung der Kapillaren, d.h. der Blutgefäße an der Haarwurzel sorgt. Auch ein täglicher Teelöffel frische Kresse oder Algenkapseln (Reformhaus) liefern dem Haar jede Menge Power.
  • Zu Eiweißprodukten, wie z.B. Fisch, sollte man immer etwas saures Obst essen oder Zitronensaft darüber träufeln. Die Säure hilft beim Aufspalten und Verwerten der Aminosäuren im Eiweiß, das für die Haare so wichtig ist.

Nägel

Gut

  • Handcreme, Nagelcreme und –öl so oft es geht, mindestens aber morgens und abends
  • Sonnenschutz bereits ab März, Handcremes sollten mindestens LF 6 haben, das beugt auch Pigmentflecken und runzligen Handrücken vor
  • Regelmäßige Nagelpeelings (von mehreren Firmen) glätten die Oberfläche und zwingen auch den “Gilb“ von Farblacken raus. Geht auch mit „Buffern“ (Polierblöcke) aus dem Nagelstudio
  • Das Polieren des Nagel mit Polierpulver und Lederkissen (z.B. von Tana) versiegelt die Oberfläche und ist ideal für „Lackmuffel
  • Dünne, empfindliche Nägel sind mit einem speziellen Lack gut geschützt, der Seiden- oder Nylonfasern enthält (z.B. Fingr’s, Artdeco)
  • Alles, was für die Haare gut ist, brauchen auch die Nägel, da sie ebenso aufgebaut sind

Schlecht

  • Hausarbeit ohne Handschuhe. Schlimm sind Allzweckreiniger, aber auch manche Geschirrspülmittel und vor allem zu heißes Wasser.
  • Antibiotika – über längere Zeit eingenommen – verändern das Nagelbild
  • Einseitige Ernährung ohne genügend Vitamine und Mineralien schaden den Nägeln wie der Haut und den Haaren
  • Nagellackentferner mit Aceton kann spröden Nägeln richtig schaden.
  • Stumpfe Instrumente für die Nagelpflege fransen die Nagelhaut aus. Das ist falsche Sparsamkeit
  • Zu körnige Feilen lassen die Nägel splittern, trocknen die Nagelplatte aus.

Die Wetter Nörgler 4  Comments

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Regenwetter-201020573108Wer wird sich denn über das Wetter ärgern?

Nach 3 Wochen Enkeldienst auf  Mallorca, höre ich nach meiner Rückkehr nach München nur Empörung ob des Wetters.

Ich verstehe dass Sonne und Licht für uns alle wichtig sind. Dennoch muss ich für unser Wetter auch eine Lanze brechen, denn es beschert uns gutes Wasser. Für mein Schönheits-Ritual  ist das unerlässlich, unabdingbar!

Auf Malle muss ich Mineralwasser in eine Schale füllen und kann nur „piefig“”spülen. Wie eine riesige Maus die sich wäscht.

Dabei mache ich immer wieder die gleiche Erfahrung. Ohne das großzügige Waschritual wirken Cremes nicht so stark. Und zwar alle, nicht nur meine eigenen. So wie Öl auf feuchter Haut besser eindringt. Das Wasser und seine Feuchtigkeit sind Wegbereiter, daher reinigen alle Kosmetikerinnen damit, egal womit man behandelt wird. Fehlt Wasser, fehlt es am Fundament!

Das südliche Wasser ist gechlort, wie auch in den USA und unser herrliches Wasser ist auch durch den Regen eines der großen Geschenke an uns. Ob Haut oder Haar unser Wasser ist in der Tat himmlisch.

Etwas wärmer angezogen fahre ich mit einem Freund durch den Englischen Garten, so schön grün, so eine herrlich  frische Luft. Auf Mallorca ist es durch die Sonne hell und heiß, der Wind war dieses Mal ungewöhnlich kalt. Daher, mit meinem Lebensprinzip, sich den produktiven Aspekten unumstößlicher Tatsachen zu widmen, freue ich mich über das herrliche, nicht gechlorte Wasser hier. Hier ist es zwar „schlechtes Wetter“ aber nicht so extrem.

Ich spüle mich extra lang, mache warme Kompressen auf Hals und Dekolleté. Dann trage ich entweder die Energizing Cream oder die Smoothing Cream + Argan Oil auf und freue mich über die jugendliche Haut ,die mir mein System mit unserem Wasser beschert.

Da ich gerade an einem  Wellness & Beauty Buch arbeite, nehme ich auch die Gelegenheit  wahr, mein Turnprogramm zu ordnen. Bürstenmassage, Body Butter und Cremes. Alles wird mit großer Sorgfalt verwendet. Ich bin so froh, wieder einen flacheren Bauch zu haben, die Arme zu festigen und all dies ohne riesigen Zeitaufwand. Ich profitiere von dem grauen Wetter indem ich meine Wohnung verzaubere. Mein Schneckenhaus, die tägliche Kunst sich am Leben zu freuen.

Auch wenn es regnet, denn es beschert uns auch „himmlisches Wasser“. Christine-Kaufmann-Feet-510769

Christine Kaufmann

Auszug aus Christine Kaufmann – Verführung zur Lebenslust No  Comments

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Multitasking

Multitasking

Pflichten

(…) Man besetzt das Wort Pflicht gerne negativ. Weil sie sich eben in „Multitasking“ erledigen lässt. Das Erledigen ist immer Zeitverschwendung. Warum etwas schnell erledigen, wenn man es tun könnte.
Eine Tätigkeit voll und ganz tun. Sich einer Sache widmen. Das ist das Zen in der Tätigkeit. Ein Kuchen der gebacken wurde und nicht nebenbei „erledigt“, schmeckt sicher besser.
Wenn ich jeden Morgen den Tag mit dieser Einstellung beginne, so haben der Tag und alle Tätigkeiten eine andere Qualität.
Ein Satz dazu aus den Upanishaden, er ist einfach: „Alles, was man tut, ist es wert, richtig getan zu werden.“ Ein anderer ist: „Nutze die Zeit, sie ist der Grundstoff des Lebens.“ Beide Sätze sind Schlüssel zum Glück.

Für viele hat das Wort Pflicht einen schlechten Beigeschmack. Ist es das Gefühl, gezwungen zu werden? Wer, außerhalb eines Gefängnisses, wird wirklich gezwungen?
Kann es sein, dass man sich selber zwingt?
Mich hat vor Jahren der Satz einer Frau wachgerüttelt. Sie sagte etwas, dass ich wusste, aber in einer verzwickten Situation „vergessen“ hatte. Wie man eben Dinge vergisst, weil man sie weiß!
Sie sagte, nach einer Jammertirade meinerseits: „Ich frage mich immer, welchen Anteil habe ich an dieser Situation?“
Autsch! Wie wahr und wie wichtig, um die Zeit zu verwalten, zu genießen, umzugestalten, die Lust am Leben zu erhöhen. Darum geht es: Liebe deine Pflichten oder lasse sie.

Wird die Zeit knapp, oder (wie ich finde) ist man reich an Jahren, so wird es auf jeden Fall wichtig, sich den Pflichten, die man liebt, zu widmen und die anderen möglichst zu lassen. Nach der Entsorgung der ungeliebten Pflichten erhalten die anderen eine Art Heiligenschein.
Denn man kann streng genommen ohne Pflichten gar nicht leben. Menschen, die sehr reich sind, leben oft mit seltsamen Sorgen. Da wird plötzlich ein Problem aus der Tatsache, dass man Schuhe hat, deren Türkis nicht hundertprozentig zu dem der Handtasche passt. Ich kenne das, diese Welt gibt es.
Ohne die normalen Pflichten köcheln Menschen in einem Sud aus Langeweile und Überdruss vor sich hin.
Es sind meist die Menschen, die auch ohne zwingenden Grund Pflichten annehmen, denen auch eine „glückliche Zeit“ beschert wird, denn Pflichten erhöhen die Aufmerksamkeit und das Lebensgefühl. Selbst das Singen eines Wiegenliedes ist eine „Pflicht“, die in ihrer positiven Wahrnehmung für alle Beteiligten ein schönes Erlebnis wird.
Alles, was man mit Inbrunst wahrnimmt, gibt der Zeit, in der die Tätigkeit stattfindet, eine andere Qualität.
Das reicht vom morgendlichen Waschritual bis zur Steuererklärung. Es ist wichtig, der Zeit eine solche Qualität zu schenken.
Es verändert die Zeit. Sie erhält eine andere Dimension. (…)

Auszug aus Christine Kaufmann – Zeitlos schön No  Comments

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Frauen über vierzig

Frauen über vierzig

Bereichernde Erfahrung

(…) Für jeden Menschen gibt es Situationen, in denen er sich frei und glücklich und demnach jung und schön fühlt. Nie habe ich mich glücklicher, freier und demnach jünger gefühlt als in der Zeit mit meinen Enkelinnen.
Einer meiner Lieblingssätze zum Thema Jungsein stammt von George Bernard Shaw und lautet: Youth is wonderful, pity it’s wasted on the young (Jungsein ist wunderbar, schade, dass es an die Jugend verschwendet wird). Der Satz hat einen zeitlosen Kern, doch wer heutzutage Vierzehnjährige auf dem Schulweg beobachtet – rauchend, den Kopf voller Informationen aus Zeitschriften für junge Leute und in den Ohren „Ich find‘ dich scheiße…“ -, hat nicht unbedingt den Eindruck von Unbeschwertheit, Frische und offener Neugierde. Die kommerzielle Überfütterung hat, so scheint mir, der Jugend die Leichtigkeit des Seins geraubt. Parallel dazu wird die kurze Phase der jugendbedingten Schönheit so hoch berechnet, dass schon Siebzehnjährige Angst vorm Älterwerden haben.

Nie habe ich mich wohler gefühlt

Ganz anders wirken viele Frauen über vierzig. Oft habe ich im Gespräch meine eigenen Empfindungen, wie „Nie habe ich mich wohler gefühlt“ und, vor allem, „nie jünger“, bestätigt bekommen. Dazu möchte ich ein französisches Sprichwort anführen: Si la jeunesse savait et si la vieillesse pouvait. Auf Deutsch heißt das in etwa: Wenn die Jugend wüsste und wenn das Alter könnte! Dieser Satz stimmt gottlob nicht mehr in dem Maß, wie er einst zutraf. Die moderne Zahnheilkunde, die neuesten Erkenntnisse zur Ernährung und eine Änderung unserer Einstellung ermöglichen es uns, dass wir zumindest einen Teil dessen, was wir in diesen Bereichen lernen, auch anwenden.
So erklärt sich, warum so viele Frauen über vierzig zu einer Spätsommerschönheit aufblühen. Sicher, wenn man in diesem Alter einen schlechten Tag hat, ist dies sichtbarer als bei einer Frau in den Zwanzigern. Nur, die guten Tage haben bei einer älteren Frau oft mehr Inhalt und mehr Geheimnis. Deshalb möchte ich Ihnen hier ein Vorbild vorstellen für alle Frauen, die ihre Schönheit bewahren möchten: Lena Horne, eine wunderbare Sängerin. Sie ist über achtzig Jahre alt. Ihre Schönheit hat sie mit einem zeitlosen Stil versehen, der Geschick, Wissen und Witz verrät. Der Stil ist nicht zufällig und zeigt, dass das Alter keine Ausrede ist. Man ist nie zu alt, um eine erfreuliche Erscheinung zu sein. (…)

Auszug aus Christine Kaufmann – Meine Schönheitsgeheimnisse No  Comments

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Homo Modernus

Homo Modernus

Die feinstofflichen Bausteine des Wohlbefindens

(…) Upps, irgendetwas stimmt nicht mehr mit unserer Wahrnehmungsfähigkeit. Wir haben wohl das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Mit der Entfernung von Stallmist und Unterarmausdünstungen (nebst Achselhaar), dem Verbannen der heulenden Wölfe von der Schlafstätte, dem Aufbleiben bei elektrischem Licht statt dem Zubettgehen, wenn die Sonne untergeht, kurz: mit dem Ignorieren aller natürlichen Beigaben unseres Lebensraumes haben wir mehr verloren als nur Angst, Gestank und Abhängigkeit von kosmischen Rhythmen. Viele unserer biochemischen Kettenreaktionen sind damit ebenfalls erlahmt. Man könnte sogar behaupten, dass unsere sinnliche Wahrnehmungsfähigkeit derart verarmt ist, dass wir in Sachen Körperklugheit geradezu als Idioten gelten.

Irgendwann in der Zukunft könnte in einer Ausstellungshalle unter einem Glaskasten mit dem Schild „HOMO MODERNUS“ folgendes stehen „Ausgestorben, weil körperverblödet. Immer hübsch frisiert, deodoriert und synthetisch parfümiert, konnte er sich nicht mehr über seine Sinne orientieren, weder riechen, schmecken, noch sich anständig reproduzieren. Am Ende seiner Evolution lag dieser Typus nur noch vor dem Fernseher, schnüffelte synthetische Sexualhormone und betrachtete Supermodels und Rockgruppen. Männchen und Weibchen hörten auf, sich für die Wirklichkeit zu interessieren. Sie waren bis zum Schluss immer hübsch geregelt.“

Sie merken schon, ich möchte mit diesem Buch einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass wir nicht im „Musée de Homme“ landen. Trotz meines ironischen Einstiegs ist der Verlust einer ganzen Palette unserer sinnlichen Wahrnehmungsfähigkeit nicht wirklich amüsant.
Unsere Sinne haben sich in langer, langer Zeit so entwickelt, dass unsere Fähigkeit, sich zu orientieren, als raffiniertes Überlebenssystem gelten kann. Nicht nur entscheiden die Sinne, was essbar ist und was nicht, wann man sich paaren kann und wann nicht. Die Kettenreaktionen unserer Sinne werden erst jetzt wieder mit Erstaunen wissenschaftlich überprüft. Verhaltensweisen und Orientierungen, die man schlichtweg als „niedrig und überflüssig“ abgetan hat, sind es keineswegs. Die Sinne sind klüger, als wir denken. Es ist allerdings kein Wunder, dass der Mensch das Vertrauen zu seinen Sinnen verliert, wenn man von früh bis spät nur von Zeichen und Signalen umgeben ist, die andeuten, wie wenig liebenswert man im Naturzustand ist, wenn man nicht die richtigen Cremes, Düfte -  oder Autos kauft.

Eine gestylte Katastrophe

Mit diesem Kapitel möchte ich nicht zur Verwilderung aufrufen (obwohl uns ein bisschen ganz gut tun würde), sondern einfach auf die Ursachen aufmerksam machen, die – wie gesagt im Namen des Fortschritts und des ungezügelten Konsums -  all jene feinen biochemischen Prozesse zerstören, die die Geist-Körper-Einheit Mensch für eine gesunde Weiterentwicklung braucht. Wir können nämlich davon ausgehen, dass der Mensch mit dem Verlust seiner ganzheitlichen Sinneswahrnehmung zu einem unmenschlichen Wesen wird. Zu einem Zwitter aus Roboter und Tier -  und von beidem leider nur das Schlechteste!

Wer über seine Sinne nicht mehr genug wahrnimmt, muss mit einem Zusammenbruch des eigenen inneren Ökosystems rechnen. Das heißt: Depression, frühzeitige Wechseljahre, Übergewicht und andere Unerfreulichkeiten. Wenn man bedenkt, dass ein kleines Kind seine Mutter hauptsächlich am Geruch erkennt und sich dadurch Geborgenheit verschafft, fragt man sich, ob eine synthetisch riechende Mutter nicht schon von der frühesten Kindheit an für Verwirrung sorgt. Die Orientierungslosigkeit unserer Zeit ist das absolute Hautproblem. Die Verwirrung auf sinnlicher Ebene ist sozusagen eine „gestylte“ Katastrophe. Wir werden krank, wenn wir uns zu weit von der Natur entfernen, von ihrem Anblick, ihren Gerüchen, Tönen, Lichtstimmungen und der Vielfältigkeit der Berührungen. Es ist die grandiose Wechselhaftigkeit der Natur, an der man sich reibt, die uns lebendig und vital hält.

Absicherung und Schutz gegen die Natur in Ehren, doch jede absolute Verbannung lässt uns in den Tiefen unserer Zellen erstarren, Lebendigkeit verlieren und damit zum Feind eines essentiellen Lebensgenusses werden.
Der Versuch, sich für diesen Mangel an Natur schadlos zu halten, indem man sich mit umweltverpestenden Transportmitteln zwei Wochen lang einer Überdosis „Natur“ (Sand, Strand, Meer und Palmen) aussetzt, ist ein denkbar schlechter Ausgleich.
Die „Entsinnlichung“ des modernen Lebens hat Konsequenzen, die auf den folgenden Seiten mit Ratschlägen zur Verbesserung von In- und Umwelt ausführlich beschrieben werden. Es ist wichtig, dass Sie sich – entgegen aller Werbeslogans – immer wieder versichern: Sie sind fähig, sich auf Ihren gesunden Menschenverstand zu verlassen, solange Sie sich erinnern, dass dieser Verstand abhängig ist von den Informationen, die ihm über die Sinne zugetragen werden. (…)

Auszug aus Christine Kaufmann – Frauenblicke No  Comments

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Fahrrad-Symbol_01_KMJDer gute alte Drahtesel

Das Fahrrad ist wohl als umweltfreundlich bekannt. Und ordentlich strampeln ist gesund für Körper und Seele – auch das ist nichts Neues.
Dennoch wird das „gleitende Pferd“ gerne madig gemacht: Gefährlich sei es in der Stadt zu radeln – ja, und dann noch die vielen Abgase!
Es stimmt, dass es nicht angenehm ist, zwischen dampfenden, stinkenden Auspuffen zu strampeln, aber: Es ist sicher um nichts gesünder, bequem im Auto zu sitzen, Abgase zu atmen und gleichzeitig welche zu produzieren. Gerade die Bewegungen jedoch, die man beim Radfahren macht, helfen mit, den Körper zu entgiften. Körpereigene, euphorisierende Stoffe werden freigesetzt.
Diese gesundheitlichen Vorteile entstehen jedoch nicht, wenn man nur am Wochenende in der Natur fährt, sondern wenn das Fahrrad zum ständigen Begleiter wird. Außerdem: Mit einem schönen, gefederten Rad durch eine spätsommerliche Vollmondnacht zu „fliegen“, dass lässt wahres Fahrgefühl -  wie man es im Auto wohl nicht erreichen kann -  aufkommen. Bleibt nur noch die Frage des Prestiges. Wenn man plötzlich nur noch per Rad unterwegs ist, könnten doch die Nachbarn glauben, man kann sich kein Auto mehr leisten.

Wer je Hamburgers ehemaligen Bürgermeister, Herrn von Dohnany, standesgemäß im Nadelstreifenanzug zu seinen Terminen radeln sah, braucht sich diese Frage nicht mehr zu stellen. (…)

Auszug aus Christine Kaufmann – “Wellness Care” No  Comments

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1,h=343_bildVom Alltag eines „Stars“

Es gibt viele harte Jobs auf dieser Welt, aber ich kenne keinen Beruf, der auf diese seltsame Art und Weise so stressig ist wie der des “Stars“. Ob Fernsehen, Theater oder Film, es gibt für jemanden, dessen Gesicht bekannt ist, sehr viele Schwierigkeiten, die zwar einzeln betrachtet lächerlich winzig sind, die aber durch ihre ständige Präsenz eine ganz besondere Art von Kraft kosten, die ein Mensch im normalen Leben nicht braucht.

Für jeden ist das Leben voll mit alltäglichen Anforderungen: die Arbeit außer Haus, der Haushalt, Gesundheit und Krankheit, Kinder, Liebe, die Vergänglichkeiten im allgemeinen und der Tod im Besonderen. Zu all diesen Dingen, die jeder kennt, kommen bei einer bekannten Persönlichkeit oder bei einem “Star” das öffentliche Auge, die Medien, in denen man vorgeführt und manchmal auch ausgenutzt wird. Ganz normale Dinge, die man im Leben ebenso erlebt oder die man als lebendiges Wesen so tut, werden wie unter einem Vergrößerungsglas betrachtet und kommentiert. Diese zum Teil abenteuerlichen Lügen und Ungerechtigkeiten stellen wie auch die Liebe und die Zuneigung des Publikums besondere Anforderungen. Vor allem letztere sind insofern ein besonderes Erlebnis, da es nicht immer leicht ist, spontan darauf zu reagieren.

Ich möchte an dieser Stelle etwas bemerken, das mir seit längerem unter die Haut geht. In den letzten Jahren passiert mir immer häufiger etwas, das ich früher weder bei mir noch bei anderen prominenten Persönlichkeiten gesehen habe. Es kommen mir Menschen, meist Frauen, entgegen, sprechen mich an: “Ach, Sie sind doch die Christine Kaufmann” und umarmen mich kräftig. Mir sammelt sich dann immer Wasser in den Augen (was man hinter meiner Brille zum Glück nicht sieht). An sich bin ich nicht jemand, der schnell weint, nur bekomme ich in solchen Augenblicken den Ausgleich für viele schäbige Seiten des “Promi-Daseins“. Es bedeutet nämlich, dass man etwas Menschliches auslöst. Dass man es geschafft hat, über die Medienhürde zu springen, hinein in das Herz von jemand anderem – und zwar als Mensch.

Die andere, unangenehme Seite ist nicht so schlimm, wie man denkt. Es ist nur etwas gewöhnungsbedürftig, dass Krankheit oder Hochzeitsmeldungen, mehr oder weniger aufwendig, in den Zeitungen beschrieben werden. Das wirklich Schwierige am “Star-Sein” sind eine Vereinsamung und die Gefahr, dass man anfängt, sich selbst so wahrzunehmen, wie man in den Medien beschrieben wird. Das betrifft natürlich auch das Aussehen, das Image, das Bild, das man von sich selbst schafft. Die Pflege der eigenen Schönheit, egal wie gut sie ist, sollte nie etwas mit diesem Bild zu tun haben. Das Bild ist kein realer Maßstab (deswegen wurde es ja auch erfunden). Jedes Bild, ob Höhlenmalerei oder Passbild, hält den Fluss des Lebens auf, fängt ihn nur für einen kurzen Moment ein – aber auch das gelingt ihm nicht wirklich. Leider findet die Orientierung der schönheitssuchenden Menschen über Bilder statt – in der Werbung oder im Film -, und das ist ganz einfach falsch.

Ich erlaube mir, mich bei diesem Thema als Expertin zu bezeichnen. Auch wenn ich kein Soziologie-Studium hinter mir habe. Vierzig Jahre im Showgeschäft – und dies mit ein paar blauen und doch kritischen Augen gesehen – lassen einen zum unfreiwilligen Experten werden. Einer meiner besten Freunde, der Maler Karl Alfred, sagt, dass ich (und natürlich jede andere Schauspielerin) in diesem Beruf drei Aufgaben zu bewältigen habe: Ware, Verkäuferin und Kaufhausdetektivin in einem zu sein.
Für mich hat die Pflege meiner Ware – oder wenn man so will: meines Besitzes – in erster Linie das Ziel, dass sich mein Körper in einem guten Zustand befindet, weil sich über die intakte Einheit Gesundheit-Wohlfühlen-Schönheit mein Lebensunterhalt verdienen lässt. Diese Einheit von Schönheit und Gesundheit ernährt aber mehr Menschen als nur mich: Kinder, Kindeskinder, Vermieter, Lebensmittelhändler, Bioläden, alle profitieren mit von meinem guten Zustand. Doch daneben ist viel wichtiger, dass ich nur dann, wenn ich mich wohl fühle, wenn ich mich selbst als schön und gesund empfinde, auch auf die Menschen um mich herum dieses Wellness-Gefühl übertragen kann, dass ich etwas von meinen positiven Gefühlen abgeben kann.

Das gilt für alle anderen Menschen genauso. Man kann nur dann belebend auf seine Umwelt wirken, wenn man sich selbst hegt und pflegt. Nur sind bei dieser Pflege – im Gegensatz zum sich immer weiter verbreitenden äußerlichen Schönheitskult – die “Innereien” das Ziel. Man könnte sagen, der kluge Mensch brüstet sich mit einer intakten und gut funktionierenden Leber, nicht mit den äußerlichen Folgen – wie strahlenden Augen.
“Ach, meine Liebste, Ihre Leber scheint sich ja in einem großartigen Zustand zu befinden”, könnte man beim Tee einer Bekannten als besonders wohlmeinendes Kompliment zuflüstern. (…)

Auszug aus Christine Kaufmann – “Liebestöter auf 4 Pfoten” No  Comments

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Andere Länder , andere Sitten, andere Hunde, andere Unsitten

Wir behielten unser Geheimnis recht lange für uns. Schienen wir doch mit einem absondeKarstadt München 04.10.12 3rlichen Hund geschlagen. Der Liebestöter in seiner fatalsten Verkleidung, in dessen Gegenwart jeder Liebesakt zur Heldentat avanciert. Jede Umarmung: ein Kampf um Leben und Tod. Wir: die Gladiatoren der Liebe, denn seine Putzigkeit konnte jede Leidenschaft im Keim ersticken. Kaum etwas dämpft die Passion schneller als der dämliche Gesichtsausdruck eines ungebetenen Zaungastes. Stellen Sie sich meinetwegen das Plakat von „Vom Winde verweht“ oder „Casablanca“ mit der Beteiligung unseres haarigen Erotomanen vor. Eines Abends jedoch erfuhren wir, dass wir mit unserem peinlichen Geheimnis nicht allein auf dieser Welt waren. Wir stießen auf eine Betroffene.

Das Ambiente des Abends: elegant. Die Damen in langen Abendkleidern, der Champagner gut gekühlt und für heutige Zeiten relativ viel Personal. Wir waren auch elegant in Armani, doch leider mit dem Hund im Schlepptau. Dieser hatte sich immer mehr zu einer Mischung von Don Juan und Hans Moser entwickelt. Zwischen Liebeswahn und Grantigkeit hatte er wenig Spielraum, wahrscheinlich war das Zweite eine Folge des Ersten.
Wir mussten ihn mitnehmen, da er angeblich während unserer Abwesenheit bellte und sich deshalb ein Zwist mit dem Nachbarn anbahnte. Nach dem Dinner saßen wir in der mit einem weißen Sofa ausgestatteten Bibliothek recht allein, als sich eine hübsche blonde Dame näherte.
Erst mal das übliche Gespräch über Grisus Niedlichkeit.Dann das übliche Lamento meines Mannes. Das Hundedrama betrifft ja hauptsächlich ihn. Er trägt nicht nur im, sondern auch außer Haus die Folgen. Er bewegt sich nur im Slalom über die Straßen, denn in der ständigen Vorausahnung schrecklicher Begegnungen muss er häufig die Seiten wechseln. Die Junkiemädchen mit ihren unangeleinten Werwölfen! Die tweedgekleideten Herrenreitertypen mit ihren Jagdhunden! Alle haben sie nichts anderes im Sinn, als Grisu zu hetzen. Er entspricht bestimmt ihrem Beuteschema. Er ist sozusagen für sie, die sie ebenfalls ohne Leine herumlaufen, ein Unterhund, den es zu erledigen gilt. Dann natürlich das HUNDECHAOS im Englischen Garten, der uns dadurch auch verwehrt bleibt.

Die Dame, unsere geduldige Zuhörerin, war wirklich hübsch und hatte süße Möpse, einen davon auf vier Beinen. Scherz beiseite, sie hatte einen entzückenden Hund. Gottlob im oberen Stockwerk, denn andernfalls hätte es ein Chaos gegeben. Ihr verständnisvoller Gesichtsausdruck ermutigte mich, mir über das Hauptproblem Luft zu machen. Dass sie hundelieb war, schien offensichtlich.
Ich wollte jedoch erfahren, ob auch ihr Hund ein Liebestöter sei. Ich lockte sie mit einer provokanten Aussage: „Sex haben wir übrigens, seitdem er bei uns ist, selten und wenn, dann gestört (seufz!). Wahrscheinlich ist er das einzige Tier auf der Welt, das diese Probleme schafft.“
Ihr Gesichtsausdruck änderte sich. Hastig schob ich nach: „Wir haben da offenbar ein einzigartiges Modell erwischt“.
Der rote Mund verzog sich in ein missmutiges Schnäuzchen. Sie hob an und schilderte eine Szene, aus der wir eindeutig erfuhren, dass nicht nur wir so ein „Problemchen“ hatten.
Die Atmosphäre des Raumes änderte sich, verschwörerische Mienen, geheimes Wissen, das Tabu wurde gebrochen. Das wahre Drama der Hundehaltung benannt. (…)